{"id":850,"date":"2021-04-05T20:04:49","date_gmt":"2021-04-05T19:04:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/?p=850"},"modified":"2024-11-12T20:52:25","modified_gmt":"2024-11-12T20:52:25","slug":"was-wissen-wir-uber-otzi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/2021\/04\/05\/was-wissen-wir-uber-otzi\/","title":{"rendered":"Was wissen wir \u00fcber \u00d6tzi?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>For her entry for the Oxford German Olympiad, Caroline (Year 12) researched the famous stone age glacier mummy from Austria.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6tzi besitzt viele Namen &#8211; Mann vom Tisenjoch, Mann vom Hauslabjoch, der Mann aus dem Eis\u2026 Die Gletschermumie aus \u00d6sterreich ist weltbekannt. Seine Entdeckung f\u00f6rderte unsere Kenntnisse von der Steinzeit, bewies dabei wie wenig davon bekannt war. Am 19. September 1991 wurde er durch eine schockierende Entdeckung gefunden, als ein Paar Wanderer \u00fcber seine Leiche stolperten. Auf der Oberfl\u00e4che des Eises ragte nur der Kopf, die Schultern, und ein Teil des R\u00fcckens heraus, also war es kaum zu wissen, was gerade aufgedeckt worden war. Das Paar hielt es urspr\u00fcnglich f\u00fcr einen verungl\u00fcckten Wanderer, jedoch wurde es nach gr\u00fcndlicher Untersuchung klar, dass dieser Mensch nicht k\u00fcrzlich gestorben war. Sein Werkzeug wurde gleich nebenan gefunden, dazu eine altert\u00fcmliche Axt, die zu seiner Sammlung geh\u00f6rte. Diese Axt erm\u00f6glichte die Datierung von \u00d6tzi selbst, denn ihre Typologie stammte aus ungef\u00e4hr 4000 Jahre her!<\/p>\n\n\n\n<p>Interesse an dieser Figur wuchs extrem schnell &#8211; sogar Extrembergsteiger wie Reinhold Messner, der als erster das Mount Everest eroberte, begannen \u00d6tzis Alter zu raten. Messner sch\u00e4tzte, dass er \u00fcber 2000 Jahre her gestorben war, und dank weiterer Untersuchungen, von Arch\u00e4ologieprofessor Konrad Spindler geleitet, wurde seine Theorie best\u00e4tigt. Erstaunlich und fraglich als es war, war \u00d6tzis Alter um 5300 Jahre gesch\u00e4tzt &#8211; also stammte er aus der Steinzeit! 600 Einzeluntersuchungen folgten, um mehr Informationen \u00fcber ihn herauszufinden; zum Zeitpunkt seines Todes war \u00d6tzi etwa 46 Jahre alt, 1,60 Meter gro\u00df, und wog 50 Kilogramm. Dies zeigte einen aktiven, intensiven Lebensstil an, obwohl sp\u00e4tere Forschungen es bewiesen, dass nicht alles mit seinem K\u00f6rper in Ordnung war. Seine Krankenakte war umfangreich &#8211; Arthritis, W\u00fcrmer, Zahnprobleme, und schwarze Lungen, m\u00f6glicherweise vom Rauch \u00f6ffentlicher Feuer. Dazu litt \u00d6tzi an einer schweren Herzkrankheit, und war laut Analyse f\u00fcr solche Krankheiten genetisch vorbelastet. So setzte diese Entdeckung einige Medizinische Prinzipien in Frage &#8211; wie konnte ein schlanker, sportlicher Mann eine solche Krankheit \u00fcberhaupt bekommen? Herzkrankheiten wurden stereotypisch als eine Folge ungesunder Ern\u00e4hrung, Rauchen und \u00dcbergewicht, sowie mangel an Bewegung betrachtet. Und \u00d6tzi passte zu keinen von diesen Beschreibungen. Weiterhin wurde es entdeckt, dass \u00d6tzi laktoseintolerant war, also keine Milch vertrug; dabei handelte es sich jedoch um eine genetische Mutation statt um seinen Lebensstil.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dfer seinen Krankheiten, und alles, dass durch seinen inneren K\u00f6rper herausgefunden wurde, hatte \u00d6tzi auch \u00e4u\u00dfere Merkmale (60 Tattoos zum Beispiel!) und trug sogar Bergschuhe, die mit Gras ausgestopft waren. Das Leder seiner Kleidung bestand aus sowohl Wildtiere als auch domestizierte Tiere (insgesamt 5) sowie Gras- und Felljacken um ihn warm zu halten. Diese beeindruckende und einfallsreiche Technologien der Steinzeit, die durch seine eigene Ausr\u00fcstung geschildert wurden, sorgten f\u00fcr sein \u00dcberleben, trotz seiner gef\u00e4hrlichen Umgebung in den Alpen der Steinzeit. Seine wichtigsten Gegenst\u00e4nde trug er bei sich in einer G\u00fcrteltasche, wie Feuersteinger\u00e4te zum Schneiden, ein Zunderschwamm, und ein Dolch, Pfeil und Bogen. Aber sogar seine hervorragende Ausr\u00fcstung konnte ihn schlie\u00dflich nicht vor dem Tod sch\u00fctzen. Fr\u00fch war es zu erkennen, dass ein Pfeil in seinem R\u00fccken steckte &#8211; so starb er wahrscheinlich. Aber diese Entdeckung stellte die unl\u00f6sbare Frage: Wer hat \u00d6tzi get\u00f6tet, und was war das Tatmotiv?<\/p>\n\n\n\n<p>Untersuchungen an \u00d6tzis K\u00f6rper haben auch Verbindungen zur Gegenwart hergestellt &#8211; laut Proben von 3700 m\u00e4nnliche Einwohner in der Umgebung teilten 19 davon eine genetische Linie mit ihm. Weitere Studien k\u00f6nnten zuk\u00fcnftig sogar mehr Verwandte aufdecken. Aktuell lebt \u00d6tzi selbst im S\u00fcdtiroler Arch\u00e4ologiemuseum, mit \u00e4hnlichen Umweltbedingungen wie am Fundort. Seine Aufbewahrung wird sich lohnen &#8211; noch gibt es weiteres zu entdecken. Obwohl man wei\u00df, was genau er vor seinem Tod a\u00df, wie er aussah, und was f\u00fcr eine Stimme er m\u00f6glicherweise hatte, k\u00f6nnten zuk\u00fcnftige technologische Fortschritte einiges klarer stellen. Jedoch wird manches ewig unbekannt bleiben: die Identit\u00e4t seines M\u00f6rders, mit dem er unterwegs war, und die Umst\u00e4nde seines Todes. Denn alles andere au\u00dfer der wissenschaftlichen Fundgrube seines K\u00f6rpers und seiner Ausr\u00fcstung bleibt in der Steinzeit unwiederbringlich verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also unbestreitbar, dass diese \u00fcberraschende Entdeckung die Welt der Medizin revolutioniert hat. Ein einziger Mann hat die fortschrittlichsten Technologien wie Radiokarbonmethoden und Computertomographie auf die Probe gestellt, und birgt heute immer noch ungel\u00f6ste Geheimnisse einer anderen Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>For her entry for the Oxford German Olympiad, Caroline (Year 12) researched the famous stone age glacier mummy from Austria.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":851,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[74,71,70,68,30],"tags":[],"class_list":["post-850","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-german-modern-foreign-languages","category-history-humanities","category-humanities","category-modern-foreign-languages","category-steam"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/850"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=850"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":852,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/850\/revisions\/852"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/media\/851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.whs-blogs.co.uk\/linguistica\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}